Museum erzgebirgische Designgeschichte
Willkommen im Museum für erzgebirgische Designgeschichte
Wo Brandschrank auf Bauhaus trifft, Perlentasche Geschichten erzählt und ein Ofenbild eine besondere Rarität ist.
Das Erzgebirge kann mehr als Räuchermännchen und Weihnachtspyramiden. Viel mehr. Zwischen Werkbank, Wohnzimmer und Weltmarkt entstand hier über Generationen eine ganz eigene Designkultur: praktisch, verspielt, erfinderisch – und oft überraschend modern.
Zwischen Werkbank und Weltformat: Wir machen sichtbar, wie viel Designgeschichte im Erzgebirge steckt.
Genau diese Schätze sammeln, bewahren und zeigen wir in unserem Museum für erzgebirgische Designgeschichte.
Bei uns begegnen sich geschliffenes Glas aus Olbernhau, kunstvolle Perlentaschen, historische Ofenbilder, Massefiguren, Möbel ehemaliger Verleger und Alltagsobjekte mit Charakter. Manche Stücke glänzen elegant. Andere sehen aus, als hätten sie schon drei Kaiserreiche, zwei Weltkriege und mindestens eine neugierige Dachbodenmaus überlebt. Und genau deshalb lieben wir sie.
Ein besonderes Highlight ist der originale Brandschrank einer erzgebirgischen Verlegerfamilie – gewissermaßen der „Cloudspeicher“ des 19. Jahrhunderts: schwer, sicher und garantiert offline. Darin lagerte Wertvolles, Dokumente und kleine Geheimnisse einer kreativen Region, die schon früh wusste, wie man Ideen in die Welt bringt.
Unsere farbenfrohen Ofenbilder – historische Bauvorlagen und Dekorbilder – zeigen, dass Design im Erzgebirge nie bloß Nebensache war. Hier wurde gestaltet, kombiniert, experimentiert. Mit Farbe, Form und Fantasie. Lange bevor jemand das Wort „Lifestyle“ erfand.
Ein besonderer Schatz unserer Sammlung zeigt, dass gutes Design manchmal genau dort beginnt, wo man es am wenigsten erwartet: bei Verpackungen. Die berühmten Ostereier-Kartonagen der Firma Nestler verbinden grafische Gestaltung, feine Druckkunst und erzgebirgischen Erfindergeist auf wunderbar charmante Weise. Was einst dazu diente, zerbrechliche Ostereier sicher durch die Osterzeit zu bringen, erzählt heute von Farben, Formen, Typografie und einem erstaunlichen Gespür für Ästhetik im Alltag.
Dazu kommen feine Perlentaschen, die beweisen, dass Handarbeit und Eleganz hervorragend zusammenpassen, sowie geschliffenes Glas von Pech & Kunte aus Olbernhau – Stücke, bei denen man sich fragt, wie Menschen mit bloßen Händen und ohne Lasertechnik solche Präzision schaffen konnten.
Natürlich fehlen auch die berühmten Massefiguren nicht, etwa von Lahl: kleine Charakterfiguren, entlehnt christlicher Symbolik und uralter Mystik, mit großem Ausdruck. Wer sie betrachtet, entdeckt oft mehr Persönlichkeit als in manchen heutigen Serienproduktionen. Jede Figur wirkt, als hätte sie gerade etwas erlebt – oder zumindest eine Meinung zum Wetter.
Und das ist erst der Anfang. Das Erzgebirge war und ist eine Schatzkammer kreativer Alltagskultur: Spielzeug, Musterbücher, Druckgrafiken, Verpackungen, Glas, Holzkunst, Textilien und Entwürfe erzählen von Menschen, die mit Können, Geduld und Ideenreichtum arbeiteten. Nicht für Museen – sondern fürs Leben. Dass vieles davon heute museumswürdig ist, hätten die damaligen Hersteller vermutlich selbst nicht geglaubt.
Unser Verein baut dieses Museum mit Leidenschaft auf – Stück für Stück, Fund für Fund, manchmal auch mit staubigen Händen und leuchtenden Augen. Wir forschen, sammeln, restaurieren, dokumentieren und retten Designgeschichte vor dem Vergessen. Denn Kulturgeschichte entsteht nicht nur in großen Metropolen, sondern auch in Werkstätten zwischen Bergen, Hammerwerken und Küchentischen.
Wer uns besucht, entdeckt das Erzgebirge neu: nicht nur als Heimat traditioneller Volkskunst, sondern als überraschend vielfältige Designlandschaft voller Ideen, Formen und Geschichten.
Oder kurz gesagt:
Hier trifft Heimat auf Stilgeschichte.
Und manchmal auch ein Brandschrank auf Begeisterung.
Thermalwasser
Mit einer konstanten Temperatur von 26 Grad werden verschiedene Quellen der staatlich anerkannten Heilquelle für Trink- und Badekuren Thermalbad Wiesenbad gespeist. Die Wirkung hat einen entspannenden und schmerzlindernden Effekt.
IN DER NÄHE
Thermalbadort Karlsbad
Unweit von Thermalbad Wiesenbad befindet sich in Tschechien der Kurort Karlsbad (58 km/ 69min). Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Fontane und Adalbert Sfifter zählen zu den Gästen dieses Kurortes.
Liste aller nahen Kurorte
DEUTSCHLAND
Heilbad Warmbad (10 km, 10 min)
TSCHECHIEN
Karlsbad/ Tschechien (58 km/ 59 min)
Franzensbad/ Tschechien (103,2 km, 1 h 23 min)
Marienbad/ Tschechien (110,8 km/ 1 h 36 min)